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S t a r p l a y e r   B a s s
(Gitarre & Bass 10/2001, Dirk Groll)












Filigran verziert im Art-deco-Stil und auch sonst voll auf Retro präsentiert sich der Starplayer Bass von Duesenberg. Stimmig ist der schöne Shortscale nicht nur im Design, auch in baulichen Details zeigt das Instrument blitzsaubere Qualität.

Zugegeben, ein Shortscale in Paula-Form, dazu noch mit Halbresonanz-Korpus, das hört sich nicht gerade nach dem Traum aller Bassisten an. Soll es auch nicht, denn der bis ins letzte Detail auffällig akkurat gebaute Starplayer Bass geht absichtlich und mit Bravour am üblichen Mainstream vorbei und bedient statt dessen umso besser einen Geschmack, der sich nicht vor Extravagantem fürchtet. Und etwas schräg darf dieser Geschmack auch sein.

k o n s t r u k t i o n

»Halbresonanz« trifft die Bauweise des Starplayer Basses nicht genau, eher könnte man hier von »Viertelresonanz« reden. Im Korpus finden sich zwar zwei größere Hohlräume, aber ein breiter Sustain-Block aus KorinnaMassivholz füllt zum einen bald die Hälfte des Bodys aus, und auch die übrigen Korpuspartien sind zum anderen nicht allesamt hohl Einem soliden Basston mit langen Sustain kann das nur gut tun

Die mit cremefarbenen Bindings eingefassten Beläge für Decke und Boden sind gewölbt und bestehen aus Sperrholz; für die Vorderseite mit einem Fichtenholz-Deckbelag, durch die dunkle Transparentlackierung des Bodens schimmert Riegelahorn hindurch.

Der eingeleimte Ahornhals ist deckend lackiert, das Palisander-Griffbrett und die Kopfplatte wiederum hell eingefasst Die Mensur des Shortscale-Viersaiters beträgt exakt 768 mm, im Griffbrett finden 22 Jumbo-Bünde Platz. Zur allgemein tadellos sauberen Verarbeitung setzen liebevoll im Artdeco-Stil gestaltete Details wirkungsvolle Akzente, die durchaus ihren Teil zum Charme des Starplayer Basses beitragen; dazu gehört das Duesenberg-D oben auf dem Korpus, die Form des Schlagbretts sowie dessen oberer Abschluss durch eine Metallschiene, der Gussdeckel für das Zugangsloch zum Halsspannstab sowie das nett gestaltete Montageblech für die Ausgangsbuchse in der Zarge.

a u s s t a t t u n g

Auch bei den Wirbelknöpfen der gekapselten Kluson-Präzisions-Tuner setzt sich dieses Design-Spiel fort. Der Starplayer Bass ist mit einer »schwebenden« Brücke ausgestattet, die auf drei justierbaren Imbusschrauben steht, welche in der Korpusdecke in Gewindehülsen greifen. Separat sind die Saiten in der Oktavreinheit einstellbar, und an den Rollenauflagen lassen sich sogar die Saitenabstände fein variieren. Der vernickelte Saitenhalter-Bügel ist in der Zarge festgeschraubt. Die Göldo-Gurthalter erlauben sowohl die Verwendung konventioneller Gurte wie auch arretierbarer Gegenstücke am Gurt.

Nickel kommt auch bei der Pickup-Kappe zum Einsatz, unter der sich ein zweispuliger Humbucker verbirgt. Die passive Schaltung ist gut durchdacht und bietet außer einem Master-Volumenregler und einer Höhenblende noch ein drittes Poti, an dem stufenlos vom seriellen Betrieb der beiden Humbucker-Spulen zu einer Art SinglecoilSound übergeblendet werden kann, indem die höheren Frequenzanteile der stegnäheren Spule kurzgeschlossen werden. Wiederum als nettes Design-Detall bieten die Metall-Poti-Knöpfe auf der Oberseite eine zierende Sparkle-Einlage.

h a n d h a b u n g

Von einem Bass mit dieser Formgebung darf man am Gurt keine perfekte Ausgewogenheit erwarten, denn wegen des kurzen Bodies sitzt die Gurthalterung nicht an einer optimalen Stelle. Und so weist der Starplayer Bass auch eine gewisse Kopflastigkeit auf, die freilich nicht so störend ausfällt, wie man erwarten könnte. Durch den kurzen Shortscale-Hals und das gesunde Gegengewicht des Bodies lässt sich das Instrument doch recht komfortabel beherrschen; ein aufgerauhter Gurt hält den Hals schon mal in der Waagerechten, und wenn man dann noch beim Spiel den Unterarm auf den Korpus auflegt, hängt der Duesenberg angenehm und stabil in der gewünschten Spielhaltung. Der schlanke Hals bietet ohnehin günstige Bespielbarkeit und ist praktisch ungehindert bis zur höchsten Lage spielbar. Der Duesenberg Starplayer Bass beweist somit seine Praxistauglichkeit und darf im Handling als unproblematisch eingestuft werden.

k l a n g v e r h a l t e n

Die Korpus-Hohlräume bereichern den soliden Ton des Viersaiters nur um eine mittige Charakternuance - im Vordergrund stehen hier gesund langes Sustain und exakte Tonansprache wie bei einem Solidbody-Bass. Der massige Sustain-Block vermeidet offenbar auch eine typische Shortscale-Schwäche, nämlich dass die tiefen Töne auf der E-Saite matt und schlapper wirken als die übrigen. Davon ist beim Starplayer Bass wirklich nichts zu bemerken, vielmehr geht der Viersaiter in allen Lagen sogar angenehm schwingfreudig und mit kernig-körperstarkem Ton zu Werke, so dass man die leichte Bespielbarkeit des Kurzhalsbasses ohne klangliche Nachteile genießen darf.

Auch die ausgeklügelte Passiv-Elektronik überzeugt. In der Normaleinstellung liefert der Tonabnehmer einen satten, durchsetzungskräftigen Ton mit druckvoll-warmen Mitten, zeigt sich oben herum mild und gedämpft im typischen Vintage-HumbuckerStil. Blendet man am mittleren Poti auf »Singlecoil« über, gewinnt der Sound an präziser Brillanz und die fetten Mitten werden zurückgedrängt. Da hier aber durch die trickreiche Schaltung die untersten Frequenzbereiche beider PU-Spulen weiterhin genutzt werden, bleibt das füllige Bässefundament auch in der »Singlecoil«-Einstellung verfügbar. Somit liefert der Starplayer Bass zwei überzeugende Grundvarianten mit gleichermaßen gesunder Tragkraft. Einmal fett und humbuckermäßig drückend - einmal klar und definiert, wie man es von einem typischen SinglecoilSound erwartet.

Beim akustischen Spiel fällt beim Testbass allerdings in den tiefen Frequenzen ein leises, dennoch störendes Sirren auf, dessen Ursprung sich am Instrument nicht lokalisieren ließ. Allerdings ist davon im ElektroSound nichts wahrnehmbar.

r e s ü m e e

Wenn man Shortscale hört, verbindet man dies leider viel zu oft mit Billig-Instrumenten und eingeschränkter Klanggüte. Aber gerade ein Shortscale benötigt eine hohe Verarbeitungsqualität, damit er dem Longscale-Bass im Ton nicht nachsteht. Der Starplayer Bass von Duesenberg bringt durch seine hochwertige Holzkonstruktion und die gesunde Ausstattung alles mit, um der Kurzmensur ein hervorragendes Klangverhalten zu entlocken, überzeugt durch günstige Bespielbarkeit und nicht zuletzt durch seine geschmackvolle Mischung aus Art-Deco-Elementen und Fifties-Stil. Der Starplayer Bass ist ein rundum gut gelungenes Instrument und ein ernstzunehmender Shortscale.

P L U S

  • Detailreiches Design
  • Klangverhalten
  • Bespielbarkeit
  • Ausstattung
  • Verarbeitung


M I N U S

  • Leichte Kopflastigkeit
  • Akustisch wahrnehmbares Sirren bei tiefen Tönen


Ü B E R S I CH T

Fabrikat: Duesenberg Modell: Starplayer Bass
Gerätetyp: viersaitiger E-Bass mit Halbresonanzkorpus
Herkunftsland: Deutschland Mensur: 768 mm, Shortscale
Hals: eingeleimt; Ahorn mit Palisander-Griffbrett, 22 Bünde
Halsbreite: Sattel: 40 XII. Bund: 52 mm
Saitenabstände Steg: einstellbar Werkseinstellung 18,5 mm
Korpus: Korinnablock mit Sperrholz-Decke und -Boden
Oberflächen: Hochglanzlack
Tonabnehmer: passiv; 1x Humbucker Elektronik: passiv
Bedienfeld: Volumen, Überblender »Singlecoil«, Höhenblende
Mechaniken: vernickelt; gekapselte Kluson-Stimm-Mechaniken, Brücke mit einzeln justierbaren Saitenreitern, Vintage-Saitenhalter, arretierbare Göldo-Gurthalter
Gewicht: ca. 4,2 kg
Vertrieb: Göldo Music D-30l71 Hannover
Preis: ca. DM 2150,-


 
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